(...) Matthias Biskupek ist kein Trödler. Was er sich vorgenommen hat, erledigt er bald. Deshalb geht er mit seinen langen Beinen relativ schnell. Und da er gut vorankommen will, benutzt er auch in Städten lieber sein Fahrrad, als ein Auto.
Vor etlichen Jahren sagte Matthias: "Der Kiepenheuer-Verlag will einen Krimi rausbringen." Wir überlegten, wie wir dem Verlag helfen könnten, und schlugen halb vergessene, aber tantiemefreie Krimis von Chesterton, Kischs (verschollenes?) Manuskript "Warum kriegte Frank Arnau Besuch von Cocteau" sowie (irrtümlicherweise) "Der halbe Kicherling" (usbekische Märchen) vor. Ehe wir unseren Vorschlag einreichen konnten, war "Schloß Zockendorf, eine Mordsgeschichte von Matthias Biskupek" schon gedruckt worden. Auch neuer Provinztheater-Spaß wurde flott produziert. Ergebnis: ein lustiges und lesbares Buch.
Der Autor versteht was vom Theater, von der Provinz, von Künstlermenschen und von Leuten, die aus diesem Themenkreis etwas Lockeres lesen möchten. Sie kommen auf ihre Kosten. Die karikierten Thalia-Jünger und ihr Milieu sind dermaßen verfremdelt, daß sich mancher getroffen fühlen, dies aber nicht beweisen kann. Zur Buchpremiere las der Dichter aus seinem neuen Werk – so schnell, wie es seine Art ist. Beim Lesen kann man aber den Text verstehen. (...)
Matthias Biskupek: "Eine moralische Anstalt", mit Illustrationen von Ioan Cozacu, Eulenspiegel, 9,90 Euro